Ausflug: Bierwanderweg in Franken – wie man fränkischer Ehrenbiertrinker wird

Fadenfreund - Geschrieben am 30.04.2018

Man nehme 8 Freunde und 3 kleine Kinder (nach dem Motto: 11 Freunde sollt ihr sein ;-) und mache sich auf den Weg ins Örtchen Aufseß in Franken, der Weltrekord-Gemeinde mit der größten Brauereiendichte pro Einwohner.  Hier startet der originale Brauereienweg. Im Dorf Aufseß bei der Brauerei Rothenbach kann das Auto abgestellt werden, aber Achtung: Das ist die letzte Einkehr der Wanderung, nicht die erste! ;-) Am Kiosk kann man sich noch ein Wegbier mitnehmen, wenn man nicht selbst Proviant dabei hat und dann geht es los: Mit Sack und Pack, Kinder in der Kraxe oder im Fahrradanhänger (wegen seiner Geländegängigkeit hier zum Kinderwagen umfunktioniert) immer der Beschilderung folgen. 

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Die Strecke ist 14km lang und in je 2 Etappen von 5km und 2km aufgeteilt. Aufgrund des steigenden Alkoholpegels und ermüdenden Füßen ist es empfehlenswert, die Runde mit den 5km-Etappen zu beginnen. 

Etappe 1

So gelangt man auf 5km lauschigen Wegen entlang des Flüsschens Aufseß zur ersten Rast, der  Brauerei Stadter in Sachsendorf. Dort gibt es das erste Bier, wenn man möchte auch etwas zu essen UND - ganz wichtig - den Brauereien-Weg-Wanderpass! Auf diesem lässt man sich in jeder Brauerei den Besuch abstempeln, damit man am Ende den Titel "Fränkischer Ehrenbiertrinker" bekommt. 

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Etappe 2

Dann geht es weiter auf 5km idyllischer Landschaft durch Wald und Feld bis nach Hochstahl zur  Brauerei Reichold. Dort kann man recht angenehm sitzen, das Bier ist Selbstbedienung und der Kuchen lecker. Nach einer längeren Rast Stempel einsammeln, noch schnell die Kinder wickeln und dann weiter.

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Etappe 3

Nach nur 2km kommt man nach Heckenhof zur  Brauerei Kathi. Fast wären wir falsch abgebogen, weil die Beschilderung auf einem Garagentor angebracht ist, das gerade geöffnet war (also: Im Ort links abbiegen!). Aber so groß ist das Dörfchen nicht, man findet sich hin. Bei Kathi Bräu kann man gemütlich unter Bäumen im Biergarten sitzen und die Bedienung ist sehr freundlich. 

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Allerdings werden wir hier auf ein Schild aufmerksam: "Junggesellenabschiede nicht erwünscht!" Es ist also keine gute Idee, sich den Bierwanderweg für solch ein Event vorzunehmen. Oder dies dann eben nicht zu erkennen geben. Wie man das findet, bleibt jedem selbst überlassen.
Den Stempel haben wir und weiter geht's.

Etappe 4

Nun sind es nur noch 2 km, ein Katzensprung, auf einer landschaftlich reizvollen Strecke bis nach Aufseß zurück. Am Ende wird man mit einem sehr hübschen Blick auf das Örtchen belohnt bevor es in die letzte Einkehr, die  Brauerei Rothenbach, geht. Hier kann auch übernachtet werden, wenn man rechtzeitig bucht.

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Wir sammeln den letzten Stempel ein und werten beim letzten Bier der Wanderung (für die Autofahrer alkoholfrei) den schönen Tag aus bevor es auf den Heimweg (zu einem Hotel in der Nähe) geht. Aber vorher ist noch eine wichtige Sache zu erledigen: Hier erhalten wir für den abgestempelten und ausgefüllten Wanderpass alle die Urkunde "Fränkischer Ehrenbiertrinker". bzw. "Wanderbegleiter" für die Kinder. 

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Zusätzliche Hinweise

Wegbeschaffenheit

Die Wege sind größtenteils breit und gut begehbar, teilweise auch asphaltiert. Es gibt keine großen Höhen zu überwinden (angegeben sind 150 Höhenmeter), sondern die Strecke verläuft eher in sanften Hügeln.

Kindertauglichkeit   

Für einen "geländegängigen" Kinderwagen ist die Strecke geeignet. Größere Kinder sollten auch keine Probleme haben, mitzulaufen. 
Spielplätze sind an jeder Brauerei vorhanden, jedoch meist über die Straße oder ein paar Meter weg. Außerdem liegen die Brauereien Stadter und Reichold direkt an der Straße, weshalb sehr kleine Kindern immer begleitet werden müssen, wenn sie dort herumlaufen. Auch bei Brauerei Kathi ist alles relativ offen Richtung Straße. Für uns war das kein Problem, da wir uns mit der Beaufsichtigung abgewechselt haben.
 Bei der Brauerei Rothenbach gibt es einen eingezäunten Spielplatz direkt am Biergarten. Deshalb ist es dort für Familien am besten, eine längere Rast (z. B. Abendessen am Ende der Wanderung) einzulegen.

Wickelplätze gibt es meist keine, nur die Brauerei Rothenbach hat einen Wickeltisch. Wir hatten damit aber kein Problem, da wir die Kinder aufgrund des schönen Wetters einfach draußen auf der Wiese gewickelt haben.

Essen

Wir konnten uns natürlich nicht überall durchprobieren, aber  nach dem zu urteilen, was wir gesehen und gegessen haben, bieten alle Brauereien solide Hausmannskost an und man braucht (bis auf Getränke und Snacks für die Kinder) eigentlich kein Proviant mitnehmen.

Bier

Das ist ehrlich gesagt so eine Sache. Es ist nett, in jeder Brauerei das jeweils eigene Bier zu probieren und es waren alle trinkbar. Allerdings haben wir keines gefunden, dass uns SO RICHTIG SUPER geschmeckt hat. Wir hatten eigentlich erwartet, etwas tolles Neues zu probieren, dem war allerdings nicht so.

Fazit

Es ist eine tolle Wanderung, die sich wirklich lohnt und auch für Familien geeignet ist. Allerdings sollte man sie nicht wegen des Biers machen. Trotzdem ist es nett, die Brauereien als Zwischenziele auf der Strecke zu haben. Alles in allem war es ein gelungener Tag und wir haben jetzt alle so eine tolle Urkunde! ;-)

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